Spaziergang nach Syrakus

Regie: Lars Jessen | Darsteller: Charly Hübner, Lina Beckmann, Thorsten Merten | Deutschland 2026

Ein einfacher, braver Mann träumt von einer Reise – und riskiert dafür alles… Vor dem Hintergrund der Achtzigerjahre-DDR erzählt Lars Jessen nach Motiven einer wahren Geschichte einen wunderbar leisen, sehr berührenden Film über die Liebe und die Sehnsucht nach Freiheit. Äußerst gelungen inszeniert und perfekt besetzt – Charly Hübner und Lina Beckmann sind hinreißend!

Einmal nach Syrakus und zurück – davon träumt Paul Gompitz (Charly Hübner). Mit einer Reise nach Sizilien will er auf den Spuren des Dichters Johann Gottfried Seume wandeln. Da gibt es nur ein Problem: Wir schreiben das Jahr 1982 und Paul lebt in der DDR. Alle Versuche, eine offizielle Genehmigung für seine Ausreise zu bekommen, scheitern. Eine Besuchsreise zu seiner Cousine? Die Mitgliedschaft in der Liga für Völkerfreundschaft? Eine Studienreise? Alles wird abgelehnt! Was bleibt ihm anderes übrig? Paul muss seine Flucht planen. Was die Sache nicht einfacher macht: Er will danach auch wieder nach Hause zurück. Zurück nach Rostock, zur Ostsee, zu seiner Frau Anne (Lina Beckmann). Paul ersinnt einen verwegenen Plan… Eine DDR-Fluchtgeschichte, doch wunderbar anders erzählt: Regisseur Lars Jessen (MITTAGSSTUNDE) gelingt ein Werk, das voller Poesie, mit feinem, trockenem Humor und ohne überspitzte Dramen von unstillbarer Sehnsucht und großem Mut erzählt, von tiefer Liebe und inniger Loyalität – und vom Wunsch, die Welt zu sehen, ohne die Heimat zu verlieren. Eine ruhige, traurig-schöne Erzählung über die Freiheit und über die Liebe; vielleicht ist die Geschichte von Paul und Anne, die von Charly Hübner und Lina Beckmann (übrigens auch im wahren Leben seit über 15 Jahren ein Paar) absolut großartig und liebenswert verkörpert werden, sogar die schönste Liebesgeschichte des Kinojahres. Das Drama entstand nach Motiven des Romans "Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus" von Friedrich Christian Delius, der wiederum auf der realen Flucht von Klaus Müller beruht. Ein kluger, poetischer Blick auf deutsche Geschichte, der erstaunlich gegenwärtig das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Zugehörigkeit behandelt sowie auf die Frage, wie weit man gehen kann, ohne den anderen zu verlieren. Ganz sicher einer der schönsten deutschen Filme des Jahres.

» Solch ein Stoff bestätigt wieder einmal, dass die besten Geschichten das Leben schreibt! « FILMREZENSIONEN

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Ab 6 Jahren  |  97 Minuten
Filmplakat des Films Spaziergang nach Syrakus

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