Nightborn
Regie: Hanna Bergholm | Darsteller: Seidi Haarla, Rupert Grint, Pamela Tola, Pirkko Saisio | Finnland, Litauen 2026 | Originalsprache: Finnisch / Englisch
Nach dem Erfolg ihres Langfilmdebüts HATCHING legt die finnische Regisseurin Hanna Bergholm einen weiteren, fesselnden Horrorfilm vor. Prominent besetzt mit Seidi Haarla (ABTEIL NR. 6) und Rupert Grint (HARRY POTTER), erzählt sie nun eine beklemmende, atmosphärisch dichte Parabel über die Schrecken der Mutterschaft. Eine grandios garstige, sehr unterhaltsame Groteske, die dafür sorgen könnte, dass manch eine den eigenen Kinderwunsch noch einmal überdenkt.
Mit dem Traum von einer perfekten Familie ziehen Saga (Seidi Haarla) und ihr britischer Ehemann Jon (Rupert Grint) in ein abgelegenes Haus tief im finnischen Wald – ein Ort, an dem Saga den Großteil ihrer Kindheit verbracht hat. Doch kaum ist ihr Baby geboren, weiß Saga, trotz aller Beteuerungen ihres Umfelds, dass mit ihrem Sohn etwas ganz und gar nicht stimmt. Während ihre Ehe zunehmend zu zerbrechen droht, versucht Jon verzweifelt, seine Frau zu unterstützen. Doch nur Saga erkennt die monströse Wahrheit hinter ihrem Neugeborenen… Mit NIGHTBORN knüpft Hanna Bergholm an den Body Horror von HATCHING an und verlagert ihn vom Coming-of-Age in den Bereich Geburt und Mutterschaft. Aus nordischer Mythologie, psychologischem Horror und grotesken Körperbildern formt sie eine beklemmende Parabel über postnatale Ängste und gesellschaftliche Erwartungen an Mütter. Hauptdarstellerin Seidi Haarla prägt den Film mit ihrer eindringlichen, zunehmend verzweifelten Darbietung, während Bergholm das Grauen lieber andeutet als ausstellt und eine Atmosphäre permanenter Verunsicherung erzeugt. Natürlich wartet auch NIGHTBORN mit einigen Paukenschlägen auf, ist manchmal ein bisschen ekelig. Doch sind diese Momente wohldosiert. Kleine Details wie Sagas immer ungepflegtere Fingernägel spiegeln ihren schlechter werdenden seelischen Zustand. Man ahnt, worauf das Szenario in etwa hinausläuft. Doch wartet auf das Publikum eine Volte, die zu einem bizarren Happy End führt. Das Lächeln, das sich an dieser Stelle abzeichnet, hat etwas herzerwärmendes – und reichlich Verstörungspotenzial.
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