Lebensansichten eines Huhns

Regie: György Pálfi | Darsteller: Maria Diakopanayotou, Argyris Pandazaras, Yannis Kokiasmenos | Deutschland, Griechenland 2025 | Originalsprache: Griechisch

Die Welt durch die Augen eines Huhns? Der preisgekrönte ungarische Regisseur György Pálfi wagt den Perspektivwechsel und erschafft mittels dieses gelungenen Kunstgriffs eine humorvolle, berührende, sehr genau beobachtende Fabel über das Tier im Menschen und den Menschen im Tier, die weit über ihre ungewöhnliche Prämisse hinausweist – poetisch, philosophisch und bisweilen bitterböse.

Am Anfang war das Ei. Oder doch das Huhn? Für die existenziellste aller Fragen bleibt in einem Geflügelbetrieb wenig Zeit. Es ist das Los des flauschigen Federviehs, dass es los muss – direkt nach dem Schlüpfen über Fabriklaufbänder und Autobahnen – und nicht selten im Suppentopf endet. Der Zufall will es, dass auf einem griechischen Hühnerhof ein schwarz gefiedertes, besonders kluges Hühnchen entschlüpft und loszieht in die große, weite Welt. Nach einem Tankstellen-Rendezvous mit einem hungrigen Fuchs nutzt es eine Mitfahrgelegenheit mit einem Lkw. Doch ein Hund verschleppt das renitente Tier auf den Hinterhof eines abgeranzten Restaurants, wo misslaunige Schmuggler ein- und ausgehen. Für das Huhn beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Es beweist sich in der Hühnerstall-Hierarchie, zankt mit Puten, gewinnt das Herz des Hahns und erschließt neues Terrain auf der Suche nach einem Brutplatz. Dabei stolpert es in die kriminellen Verstrickungen einer Familie, die ihrerseits ums Überleben kämpft. Und dabei den Kükenwunsch der Henne durchkreuzt… György Pálfi gelingt ein famoses Kinoexperiment. Aus der Perspektive eines Huhns entwickelt er eine abenteuerliche Fluchtgeschichte, die Tierfabel, Gesellschaftssatire und Parabel in einem ist. Während seine furchtlose Heldin, die schlaue schwarzgefiederte Henne, der Unbill ihres Lebens trotzt, entstehen ganz beiläufig eindringliche Parallelen zwischen Tier und Mensch. Was als amüsanter Tierfilm beginnt, entpuppt sich als ethisch komplexe Betrachtung, die, gerade aus Sicht eines Tieres, die Grausamkeit menschlichen Handelns schonungslos aufdeckt. Mit verblüffend trainierten Hühnern statt CGI, schwarzem Humor und treffenden, teils auch verstörenden Bildern erschafft Pálfi eine mutige, formal brillante Erzählung mit erstaunlich viel Action, die sehr viel mehr über den Menschen als über Hühner erzählt. Und die bemerkenswerte Hauptrolle hätte glatt einen Oscar verdient.

» Eigenwillig und einzigartig fesselnd! « FILM NEW EUROPE

» Ein spielerisches Stück komödiantischer Fantasie! « SCREEN INT'L

Mehr anzeigen
Ab 12 Jahren  |  96 Minuten
Filmplakat des Films Lebensansichten eines Huhns

Spielzeiten & Tickets