Gentle Monster

Regie: Marie Kreutzer | Darsteller: Léa Seydoux, Jella Haase, Laurence Rupp, Malo Blanchet | Österreich, Frankreich 2026

Wie gut kennt man den Menschen, mit dem man sein Leben teilt? Als gegen Lucys Mann wegen des Besitzes von Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder ermittelt wird, gerät nicht nur ihre Ehe ins Wanken, sondern ihr gesamtes Bild von Liebe, Vertrauen und familiärer Sicherheit. Marie Kreutzers GENTLE MONSTER ist ein verstörend präzises Drama über die gefährliche Macht der Verdrängung – und darüber, wie schwer es sein kann, einen geliebten Menschen als den zu sehen, der er möglicherweise wirklich ist.

 Die Konzertpianistin Lucy (Léa Seydoux) zieht mit ihrem Mann Philip (Laurence Rupp) und dem gemeinsamen Sohn aufs Land, wo sich der Filmemacher langsam von einem Burnout erholt. Eines Tages steht die Polizei für eine Hausdurchsuchung vor der Tür. Der Vorwurf, den Sonderermittlerin Elsa (Jella Haase) gegen Philip erhebt, wiegt schwer und stellt Lucys Welt auf den Kopf: Besitz von Darstellung sexualisierter Gewalt gegen Kinder. Wer ist der Mann, den sie liebt, wirklich? Marie Kreutzer (CORSAGE, WAS HAT UNS BLOSS SO RUINIERT) interessiert sich weniger für den Kriminalfall als für dessen seelische Trümmerlandschaft. Sie zwingt Lucy in einen kaum auszuhaltenden Schwebezustand zwischen Liebe, Abscheu, Zweifel und der Hoffnung, dass sich doch noch eine harmlose Erklärung für alles finden möge – und vermeidet dabei einfache moralische Entlastung. Léa Seydoux macht diese widersprüchlichen Gefühle mit großer Zurückhaltung sichtbar; ein Blick, ein Zögern, ein kaum merkliches Erstarren erzählen bei ihr oft mehr als jeder Dialog. Spannend ist auch die Spiegelung durch Jella Haases Ermittlerin Elsa: Beruflich verfolgt sie sexuelle Übergriffe, privat duldet und relativiert sie das übergriffige Verhalten ihres dementen Vaters. Diese Parallelgeschichte formuliert Kreutzers zentrale Frage sehr deutlich: Wo endet Loyalität – und wo beginnt das Mittragen von Unrecht? Nicht jede dieser Spiegelungen ist gleich subtil, doch gerade die Zumutung, dass Täter nicht zwingend als Monster erscheinen, sondern mitten in vertrauten Beziehungen existieren können, verleiht dem Film seine nachhaltige Unruhe. Kreutzers persönliche Nähe zu Florian Teichtmeister, dessen Fall nicht nur die österreichische Kulturszene erschütterte, verleiht GENTLE MONSTER eine zusätzliche, kaum auszublendende Ebene: Der Film erscheint dadurch als eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Frage, was es bedeutet, wenn das Ungeheuerliche plötzlich im eigenen vertrauten Umfeld sichtbar wird. Unbequemes, kluges Kino, das keine einfachen Antworten anbietet, sondern dorthin blickt, wo Liebe zur Verdrängung und Nähe zur emotionalen Falle werden kann – und Léa Seydoux liefert eine absolute Meisterleistung ab. Sie wurde direkt nach der Weltpremiere in Cannes bereits für eine mögliche Oscarnominierung ins Spiel gebracht.

» Meisterhaft gespielt von Léa Seydoux! « LIBÉRATION

» Feministisch und beunruhigend! « ELLE

» Geht unter die Haut! « THE HOLLYWOOD REPORTER

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Ab 16 Jahren  |  114 Minuten
Filmplakat des Films Gentle Monster
Außerdem am Mi, 23.9. um 20.00 Uhr Podiumsdiskussion mit 3 Freiburger Expertinnen

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