Der Klang der Stradivari
Regie: Grégory Magne | Darsteller: Valérie Donzelli, Frédéric Pierrot, Mathieu Spinosi | Frankreich 2025 | Originalsprache: Französisch
Vier echte Stradivaris, vier Ausnahmevirtuosen und nur eine Woche bis zum Konzert… Allein die Konstellation verspricht – zurecht – reichlich Komplikationen und Witz mit Niveau: Grégory Magne komponiert eine elegante französische Komödie über große Egos, alte Verletzungen, Leidenschaft für die Musik und die schwierige Kunst, den richtigen Ton zu treffen – im Leben wie auf der Bühne.
Astrid (Valérie Donzelli) steht kurz davor, Musikgeschichte zu schreiben und den Traum ihres verstorbenen Vaters zu er füllen: vier weltberühmte Stradivaris erstmals für ein Konzert zu vereinen. Doch die Harmonie endet bei den kost baren Streichinstrumenten. Die für das Projekt engagierten Solisten Lise (Marie Vialle), George (Mathieu Spinosi), Peter (Daniel Garlitsky) und Apolline (Emma Ravier) beherrschen zwar virtuos ihre Saiten, aber nicht ihre Emotionen. Während der Proben auf dem abgeschiedenen Chateau prallen Eitelkeiten, alte Rivalitäten und künstlerische Differenzen aufeinander. Um das Jahrhundertprojekt vor dem Scheitern zu retten, bittet Astrid den exzentrischen Komponisten Charlie Beaumont (Frédéric Pierrot) um Hilfe. Nun liegt es an ihm, aus vier Einzelkämpfern ein Quartett zu formen und den unvergleichlichen Klang der Stradivari zum Leben zu erwecken… Grégory Magne wirft einen ebenso fein sinnigen wie unterhaltsamen Blick hinter die Kulissen der klassischen Musikwelt. Was zunächst wie ein Kammerspiel über exzentrische Musiker wirkt, entpuppt sich schnell als klug komponierte Reflexion über Eitelkeit, Perfektionismus und die Erkenntnis, dass selbst die größten Solisten erst im Zusammen spiel ihre wahre Größe entfalten. Die Besetzung ist das Juwel dieser klangvollen Komödie: Dass Daniel Garlitsky selbst ein renommierter Geiger und Dirigent ist und alle Darsteller ihre Instrumente eigenhändig spielen, verleiht den musikalischen Szenen eine Qualität, die weit über schmückendes Beiwerk hinaus geht. Die eigens für den Film komponierte Partitur fügt sich organisch in die Erzählung und macht das Quartett selbst zur eigentlichen Hauptfigur. Eine wundervolle, kultivierte Komödie voller leiser, trockener Pointen und Zwischen töne. Ein Film, der vom schmalen Grat zwischen künstlerischem Genie und der Kunst, miteinander zu spielen, erzählt – und von der Magie erhabener Musik. Ein Fest für die Sinne.
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