The Chronology of Water
Regie: Kristen Stewart | Darsteller: Imogen Poots, Thora Birch, James Belushi | USA, Frankreich 2025 | Drama | Originalsprache: Englisch
Was für ein Debüt! US-Schauspielerin Kristen Stewart, berühmt geworden durch die TWILIGHT-Blockbuster, emanzipiert sich mit ihrer ersten Regiearbeit endgültig von Hollywoods Konsenskino. Ihre atemberaubende Charakterstudie nach den gleichnamigen Memoiren Lidia Yuknavitchs bewegt sich mit ihrer bruchstückhaften Erzählweise, ihrer eigenwilligen Bildsprache und ihrer schonungslos ergründeten Missbrauchsthematik deutlich abseits des Mainstreams. Ein furioser, anspruchsvoller, in Mitleidenschaft ziehender Trip, der einen kräftig durchschüttelt.
Oregon in den 1970ern. Lidia (Imogen Poots) wächst in einem von Gewalt und Alkohol geprägten Umfeld auf. Als begabte Schwimmerin sucht sie Zuflucht im Wasser, doch Schmerz und Selbstzerstörung begleiten sie auch an Land. Erst im Schreiben beginnt sie, sich ihre eigene Geschichte anzueignen und Erfahrungen von Verletzung und Verlust in Sprache zu verwandeln… Disziplin, Schmerz, Begehren, Befreiung. Schreiben, Schwimmen, Überleben – all das verschmilzt zu einer einzigen Bewegung. Bilder, Geräusche und Erinnerungen prallen aufeinander und formen eine Erfahrung, die unter die Haut geht. In ihrer ersten Regiearbeit löst Kristen Stewart die autobiografische Vorlage der Schriftstellerin und Schwimmerin Lidia Yuknavitch aus den Konventionen des klassischen Biopics. Statt einer linearen Lebensgeschichte erzählt der Film aus der subjektiven Perspektive seiner Hauptfigur – körperlich, fragmentarisch, aus nächster Nähe. So herausfordernd das auch sein mag, Imogen Poots hält den Film auf Kurs, indem sie sich mit einer fast schon furchteinflößenden Unerschrockenheit in ihre Hauptrolle wirft. Die Britin gibt sich ganz der Kamera hin und spielt sich wahrhaft die Seele aus dem Leib: Lust, Ausgelassenheit, Ekel, Schmerz, Verzweiflung – jede Emotion lebt sie mit voller Intensität. Wer mit Stewarts Kunstanspruch, ihrem unangepassten Stil also vielleicht nicht gleich warm wird, kann sich von dieser schauspielerischen Darbietung mitreißen lassen. Eine kongeniales Werk – roh, wütend, ehrlich, poetisch, überfordernd und zerbrechlich. Sicherlich kein Kino für alle, aber diejenigen, die es wagen, werden spüren, dass dieser Film nach acht Jahren Arbeit augenscheinlich wohl genau so auf die Leinwand musste.
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